Wie Frauen in den Wechseljahren am besten schlank bleiben können
In der Perimenopause findet eine hormonelle und metabolische Umstellung statt, die eine Vermehrung des Fettgewebes, eine Veränderung der Fettverteilung und letztlich die Entstehung von Adipositas begünstigt. Viele Frauen merken das an ihrem Gewicht: Ohne dass sie »irgendetwas anders machen als vorher« wandert der Zeiger der Waage mit den Jahren kontinuierlich nach oben. Da die Ernährung mit Abstand den größten Einfluss auf das Adipositasrisiko hat, untersuchten nun Forschende um Dr. Tong Xia von der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts, wie sich verschiedene Ernährungsweisen auf das Körpergewicht von Frauen in den Wechseljahren auswirken.
Es handelt sich um eine prospektive Kohortenstudie mit 38.283 Teilnehmerinnen der Nurses’ Health Study II. Korreliert wurde die Ernährung der Frauen in einem Zeitraum von zwölf Jahren rund um die letzte Monatsblutung (sechs Jahre davor, sechs Jahre danach) mit der Entwicklung des Körpergewichts. Die Ernährung wurde mit Fragebögen alle vier Jahre erfasst, das Gewicht per Selbstauskunft alle zwei Jahre.
Die Forschenden schauten, inwieweit die Ernährung der Frauen mit bestimmten definierten Diäten übereinstimmte. Berücksichtigt wurden elf Diäten: der Plant-based Dietary Index (PDI) und der healthy PDI (hPDI) sowie der unhealthy PDI (uPDI), die Mittelmeerdiät (MedDiet), die Dietary Approaches to Stop Hypertension (DASH), der Planetary Health Diet Index (PHDI), die Low-Carb-Diät (LCD) und die healthy LCD (HLCD) sowie die unhealthy LCD (ULCD), das Empirical Dietary Inflammation Pattern (EDIP), der Empirical Dietary Index for Hyperinsulinemia (EDIH) und die Aufnahme von hochverarbeiteten Lebensmitteln (Ultraprocessed Food, UPF).
Grob zusammengefasst betonen PDI, hPDI, DASH, MedDiet und PHDI Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte, während rotes und verarbeitetes Fleisch nur wenig verzehrt werden soll. Die einzelnen Ernährungsweisen setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte; so kommt es etwa bei den PDI-Diäten vor allem auf pflanzliche Produkte an, während bei DASH – ein Konzept, das vor allem der Blutdruckkontrolle dienen soll – auf eine geringe Kochsalzzufuhr geachtet wird.
EDIH und
EDIP sind empirisch entwickelte Diät-Scores, die vor allem den Insulin-Index
beziehungsweise das proinflammatorische Potenzial der Ernährung
berücksichtigen. Der Insulin-Index ähnelt dem besser bekannten Glykämischen
Index (GI), ist aber anders als letztgenannter kein Maß für den
Blutzuckeranstieg, sondern für die Insulinausschüttung, die der Verzehr
bestimmter Nahrungsmittel nach sich zieht
Knapp ein
Kilo pro Jahr mehr
Die Frauen
in der Studie nahmen im Durchschnitt 0,8 kg pro Jahr zu. Um die Effekte der
Ernährung von anderen Lebensstilfaktoren zu trennen, bezogen die Forschenden
das Alter, die ethnische Zugehörigkeit, den Familienstand, das Einkommen, die
Anwendung einer Hormonersatztherapie (HRT), die Anzahl der geborenen Kinder,
den Rauchstatus, den Alkoholkonsum, die Energiezufuhr, die körperliche
Aktivität und den Ausgangs-BMI in ihre Berechnungen mit ein.
nsgesamt war
eine Ernährung mit niedrigem Insulin-Index mit dem geringsten Gewichtsanstieg
in den Wechseljahren verbunden (0,28 kg pro Jahr weniger als der Durchschnitt)
und zusammen mit einer Planetary Health Diet (PHD) auch mit der geringsten
Adipositasrate. Die PHD ist ein Ernährungskonzept, das ursprünglich von einer Expertenkommission im Fachjournal »The Lancet« vorgestellt
wurde und das neben einer Auswahl an gesunden Lebensmitteln auch die
Klimafreundlichkeit berücksichtigt.
Konkret
waren verarbeitetes rotes Fleisch und Geflügel, einfach ungesättigte Fettsäuren
und Eiweiß tierischen Ursprungs, Light-Getränke, Natrium (Kochsalz), Pommes
frites und Kartoffeln mit einem höheren Gewichtsanstieg verbunden. Dagegen
schützten Nüsse, Hülsenfrüchte, ungesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate und
einfach ungesättigte Fettsäuren pflanzlichen Ursprungs, Wein und Kohlenhydrate
aus Vollkornprodukten vor einer Gewichtszunahme.
Bis auf den
Wein, den Frauen wie Männer wegen des Alkohols meiden sollten, entspricht dies
weitgehend den allgemeinen Ernährungsempfehlungen. Um einen übermäßigen
Gewichtsanstieg in der Perimenopause zu vermeiden, ist es demnach für Frauen in
dieser Lebensphase besonders wichtig, diese auch zu befolgen.
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